Von Sonja Weber

Bonner Generalanzeiger, 16.06.2013

Buntes Treiben auf der Freilichtbühne schon vor der Generalprobe des Räuber Hotzenplotz

"Bitte recht freundlich!" Die Eintrittskarten für die öffentliche Generalprobe des Theaterstückes "Räuber Hotzenplotz" sind noch nicht aus dem Portemonnaie gekramt, da ist man schon mittendrin im Geschehen. Herumstehen und auf den Einlass warten ist ziemlich langweilig - da sorgt "Fotograf" Peter Eßer vom Freilichtwandertheater Alfter mit lustigen "Schnappschüssen" schon mal für Unterhaltung.

Eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung ist es dann soweit: Das Publikum darf es sich auf der Wiese des Freilichttheaters am Alfterer Buchholzweg, Ecke Friedensweg, gemütlich machen. Für die Kinder sind Plastikplanen ausgelegt, die Erwachsenen können einen Klapphocker ausleihen. Wer sich auf 30 Minuten mit quengelndem Nachwuchs eingestellt hat, wird sogleich positiv überrascht.

Denn das bunte Treiben im Dorf, in dem Kasperl, Seppel und Großmutter leben, ist schon in vollem Gange. Hier wird ein Schwätzchen über den Gartenzaun gehalten, dort lernen die Kinder in der Dorfschule ein neues Lied. Ein Schmied geht seiner Arbeit nach und Wachtmeister Dimpfelmoser sieht nach dem Rechten.

Die jungen Zuschauer merken gar nicht, wie die Zeit vergeht, entdecken in den parallel laufenden Szenen immer wieder neue Details, schauen sich um und erblicken ganz nebenbei die Spinne, die sich vom Kirchturm abseilt und auf dem Kopf einer jungen Dame landet: "Ihhhhh!"

Das Wetter ist perfekt, alles läuft wie am Schnürchen, von "Generalprobe" ist nichts zu spüren. Mit kritischen Blick beobachtet Bernhard Altfeld, Regisseur und Produktionsleiter der Aufführung, das Geschehen auf der "Bühne", die auf der rechten Seite von Waldgebiet umrahmt wird.

Schaut man nach links, genießt man nebenbei eine herrliche Aussicht aufs Rheintal. Eine Kulisse wie geschaffen für Ottfried Preußlers Klassiker der deutschen Kinderliteratur. "Natürlich gibt es immer Kleinigkeiten, die ich noch ändern möchte. Ich habe tausend Ideen im Kopf und das Stück wird sich bis zur letzten Vorstellung - wenn auch nur in Kleinigkeiten - immer etwas verändern", erklärt Altfeld, der schon mehrere Produktionen des Wandertheaters betreut hat.

Fast hundert Beteiligte sind auf der Bühne und hinter den Kulissen für das Projekt "Hotzenplotz" aktiv. Viele Darsteller sind schon seit Jahren mit von der Partie. Alexander Palm (Kasperl) und Sebastian Muhr (Seppel), waren schon vor zehn Jahren als Zwerge im Wald unterwegs. Im aktuellen Stück übernahmen die beiden neben dem professionellen Schauspieler Ralf Hafner (der als fleischgewordener Räuber Hotzenplotz noch nicht einmal eine Verkleidung benötigt hätte), die Hauptrollen.

Die Handlung ist vielen bekannt: Nachdem der Großmutter die Kaffeemühle gestohlen wurde, ziehen Kasperl und Seppel los, den Räuber Hotzenplotz zu finden und zu stellen. Doch Hotzenplotz lässt sich nicht so leicht überlisten: Seinerseits stellt er Kasperl und Seppel eine Falle und nimmt beide gefangen.

Kasperl sperrt er in seine Höhle, Seppel verkauft er an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann (großartig: Berndt Lisson) - doch eines hat der Räuber übersehen: Die beiden Freunde haben die Mützen getauscht - und der clevere Kasperl ist durchaus in der Lage, dem fiesen Zauberer zu entkommen.

Weil es sich um ein Wandertheater handelt, begleiten die Zuschauer Kasperl und Seppel bei ihren Abenteuern, die es an drei verschiedenen Spielorten zu bestehen gilt. Vor allem auf dem verschlungenen Pfad durch den "Zauberwald" begegnen dem staunenden Publikum allerhand wunderbare, verwunschene Gestalten: Freche Zwerge verstecken sich im Unterholz, zwischen dichten Tannen zwitschern riesenhafte Vögel in goldenen Käfigen, eine Prinzessin mit Schweinskopf hadert mit ihrem Schicksal und eine überdimensionale Stubenfliege kreuzt den Weg.

Im Schloss wird gezaubert was das Zeug hält, eine Flut liebevoll gestalteter Effekte lässt es nicht zu, den Blick vom Geschehen abzuwenden. Im Nu sind gute zwei gute Stunden vergangen, und man befindet sich wieder am Ausgangspunkt. Räuber Hotzenplotz ist gefangen - und alles ist gutgegangen. Die Premiere kann kommen!

Spieltermine

Samstag, 22. Juni (Premiere);

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